Hochschulinitiative, Hochschulteam, MLP – wichtige Hinweise zu Seminaren & Workshops!

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Jedes Jahr, insbesondere zum Semesterbeginn, werben Finanzdienstleister um die Aufmerksamkeit von (Neu-)Studierenden. Aus aktuellem Anlass möchten wir die Gelegenheit nutzen Euch einmal kurz ein paar Informationen zu diesen Workshops zu geben und uns dazu zu positionieren.

Viele Gesichter – am Ende ein alter Bekannter

Bei Facebook und co. wird man wieder von Beiträgen wie einem „Mensa-Stipendium“ und „Studenten sparen bis zu 7000€“ überschwemmt. Häufig von einer sogenannten „Hochschulinitiative“ oder dem „Hochschulteam“ (in den Varianten Name + Stadt) –  das klingt im ersten Moment nach einem tollem, lokalen Angebot, dahinter stecken aber einzig zwei große Gesellschaften: Zum einen die Albert & Förster Unternehmerberatungs GmbH (Hochschulteam Deutschland) und die Uniwunder GmbH (Hochschulinitiative Deutschland) – beide haben das wichtige Ziel Daten zu sammeln und Seminare zu vermitteln, da dies eine Finanzierungsquelle der Firmen darstellt.

MLP – der Finanzdiensleister

Was auf den ersten Blick nicht zu erkennen ist, ist wer hinter diesen Seminaren steckt, doch mit einer kleinen Recherche findet man dies schnell heraus: Vergleicht man die angegebenen Orte und Zeiten kann man sich sicher sein:  es ist das umstrittene Finanzunternehmen MLP. (Update: Hochschulteam hat auf der Detailseite einen Hinweis darauf, dass das Seminar bei MLP stattfindet.)

Im Gegensatz zu den beiden oben genannten Firmen, die diese Seminare vermitteln, ist MLP kein Unbekannter, die Firma machte von sich durch aggressive Werbung an deutschen Universitäten zu sprechen. An einigen Hochschulen bspw. Bremen, Darmstadt, Trier, Heilbronn, .. erhielt sie sogar Hausverbot (1, 2)- an einigen Universitäten (beispielsweise in Heilbronn, Stand April 2016) besteht das Hausverbot noch immer. (2)

Stiftung Warentest warnte bereits 2008

„Mit einem Gratis-Bewerbungstraining oder kleinen Geschenken ködert der Finanzdienstleister MLP viele Studenten. Wenig später sind sie Kunden, besitzen mehrere Versicherungspolicen oder sogar ein Geldanlageportfolio. Doch einige MLP-Angebote sind teuer oder sogar unsinnig.“

Stiftung Warentest am 14.07.2008 im Bericht „Finanzdienstleister MLP: Köder für Akademiker

Das Vorgehen bei MLP Seminaren lässt sich einfach zusammen fassen: Die Studenten bekommen Ihre versprochenen Tipps, garniert mit vielen, vermeintlich „tollen“ Angeboten. Das können beispielsweise Zusatzversicherungen, private Rentenvorsorgen oder Girokonten sein – diese werden den Studierenden empfohlen und jeder Vertragsabschluss bedeutet selbstverständlich: Provision für MLP und die Berater vor Ort. Kein Wunder also, dass hier rhetorisch sehr gut ausgebildete Berater tätig sind, die gerade bei den Erstsemestern, für die vieles neu ist, versuchen die ein oder andere Unterschrift zu bekommen. Und auch nach den Seminaren kann man sich sicher sein, noch jahrelang Anrufe der Berater zu bekommen.

Der nachfolgende Abschnitt beschreibt das Vorgehen der Hochschulinitiative Deutschland im September 2016.

Das Unternehmen hat bezugnehmend zu unserem Artikel den Kontakt zu uns gesucht und die Zusammenarbeit im Bereich der Seminare mit MLP beendet. Sie möchte kein weiterer Vertriebsarm der MLP Gruppe sein. Das Unternehmen möchte sich nach eigener Aussage in Zukunft verstärkt auf die Bereiche kostenfreie eBooks, Aktionen und Stipendien konzentrieren und hat zugesagt, die nachfolgende Vorgehensweise zukünftig zu unterlassen. Wir freuen uns, dass wir an dieser Stelle etwas Licht ins Dunkle bringen konnten.

Seriöses Verhalten sieht anders aus

Mit einem Beispiel, wie die Werbung auf Facebook durchgeführt wird, möchten wir Euch zum Nachdenken anregen, ob man hier von seriösen Geschäften reden kann und ob man einem solchen Unternehmen in Finanzfragen vertrauen kann.

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In der Facebookgruppe „Berufsschullehramt an der Uni Hamburg“ teilt ein Maximilian Peters ein Werbevideo der „Hochschulinitiative Hamburg“ mit dem Hinweis „Eigentlich was für jeden der studiert…“. Inhaltlich geht es wie immer um Steuerspartipps mit der Aufforderung sich zu einem kostenlosen Workshop anzumelden. Schauen wir uns doch mal das Profil von Maximilian etwas genauer an:

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Das Profil von Maximilian wurde am 08. September erstellt. Der junge Surfer hat bisher nur die Seite von der „Hochschul Initiative Hamburg“ mit einem Like versehen. Er studiert an der Universität Hamburg und hat ganze zwei Freunde. – Klar besser 2 wahre als viele unechte Freunde – dennoch wirkt das doch schon sehr merkwürdig.

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Ein Blick in Maximilians Gruppen – und zwar nur die, welche mit der Einstellung „öffentlich“ eingestellt sind:

  • Universität Hamburg
  • VWL Uni Hamburg
  • Studentenjobs Hamburg | Praktikum für Studenten Hamburg
  • Uni Hamburg BWL Erstsemester 14/15

Na was denn nun? VWL Student? BWL Student? oder doch angehender Lehrer? Oder eventuell doch Asiat, der noch nicht so ganz weiß, was hier in Deutschland läuft? Das würde zumindest das Vorkommen seines Profilbildes auf diversen asiatischen Webseiten für lizenzfreie Fotos erklären. 😉

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Schauen wir doch einfach mal in die Gruppen und schnell finden wir Ihn: da kommentiert er doch z.B. das Video von „Lisa Ackermann“

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Lisa? Kennen wir doch schon! Eine der zwei vermeintlichen „Freunde“ – die beiden scheinen Seelenverwandte zu sein. Nicht nur dass sie die selbe Vorlieben haben, sie haben auch den einzigen gemeinsamen Freund und auch die Lisa hat Ihr Profil am selben Tag wie Maximillian eingerichtet, ist den exakt selben Gruppen beigetreten und auch ihr Profilbild stammt aus Fotodatenbanken.

Der gemeinsame „Freund“: Sebastian Schulz – in seinem Profil gibt er an, u.a. der CEO der innospire GmbH zu sein.

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Die „innospire GmbH“ hat ihren Sitz in der Münchner Str. 37 in 01187 Dresden – diese Adresse kannten wir bereits, denn hier hat auch die „Hochschulinitiative Deutschland“ ihren Sitz.

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Ein Blick ins Impressum der „Hochschulinitiative Deutschland“ genügt und wir finden seinen Namen auch hier als Geschäftsführer. Es liegt also nahe: Hier hat der CEO zwei Fakeprofile angelegt um ein Studenten-Dasein vor zu täuschen. Bis hierhin ist es ja ein noch teils gewöhnliches Vorgehen, in dem Moment, wo diese Profile aber dazu genutzt werden um eine Konversation vorzutäuschen und falsche Tatsachen zu behaupten, wird eine Grenze überschritten, wie der Kommentar auf den Eingangs erwähnten Beitrag zeigt:

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Das ganze ist übrigens kein Einzelfall, wir haben Kenntnis über viele weitere Facebook Profile (s.u.), die im Verdacht stehen von verschiedenen Unternehmen für solche „Werbung“ genutzt zu werden. Dies ist nur beispielhaft ein Vorgehen, der in diesem Fall, durch die Uniwunder GmbH deutschlandweit durchgeführten Vorgehensweise.

In diesem Sinne: Lieber Herr Schulz, wir alle müssen unsere Brötchen verdienen, aber bitte suchen Sie sich doch einen seriöseren Weg und spielen Sie mit offenen Karten!  Gerade in Sachen Finanzdienstleistungen ist Vertrauen das A&O!

Fazit

Wir distanzieren uns insbesondere von dem Angebot der bewerbenden Unternehmen und des Finanzdienstleisters MLP. Am Ende entscheidet Ihr selbst, wie Ihr zu diesen existierenden Angeboten steht, wir wollen Euch auf jeden Fall auf die vielen Ungereimtheiten hinweisen, dazu noch nachfolgende Leseempfehlungen, die insbesondere das Unternehmen MLP näher beleuchten. Seid achtsam! 🙂

Leseempfehlungen:

Quellen:

  1. Kommerzielle Werbung an Universitäten – Was an MLP und CO so gefährlich ist, 06.12.2011 – Asta TU Darmstadt – https://www.asta.tu-darmstadt.de/asta/de/node/1277
  2. Die Geister, die sie riefen, 09.07.2016 – UniSPIEGEL – http://www.spiegel.de/spiegel/unispiegel/d-145603236.html

Weitere offensichtliche Facebook-Fake Accounts, die in Verbindung mit Sebastian Schulz / Uniwunder GmbH stehen:

Die Hochschulinitiative hat uns am 19.09.2016 bekannt gegeben, die nachfolgenden Accounts nicht weiter zu Werbezwecken zu betreiben.

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